Im
Interview verrät sie Interessantes über ihren neuen Film
"Inside Man" und sich selbst.
Jodie Foster über ...
... starke Frauen-Rollen
Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich eine Feministin zu
nennen. Feminismus und Humanismus bedeuten für mich ungefähr
das gleiche. Ich bin eine Frau und deshalb spiele ich weibliche Charaktere.
Da habe ich nun wirklich keine Wahl! Ich hoffe, dass ich in meinen
Filmen menschliche Werte vermittle. Ich tendiere dazu, starke Frauen
zu spielen. Es waren verschiedene Typen: dumme Blondinen, unmoralische
Frauen, brave Mädchen, sehr geradlinige Frauen und wilde Weiber.
Aber alle waren sie stark. Manchmal glaube ich, dass das meine Achillesferse
ist. Ich weiß nicht wirklich, wie man schwache Charaktere spielt.
Ich wäre in der Rolle nicht glaubwürdig.
... ihre Rolle in "Inside Man"
Ich weiß, dass es diese Sorte Mensch in Washington und in der
Politik gibt. Sie ist eine sehr, sehr starke Frau, die ihre Stimme
nicht erhebt und nicht zu erheben braucht, da sie soviel Respekt auf
sich zieht. Kämen ihre Geheimnisse und ihr Wissen ans Tageslicht,
würde die Welt wahrscheinlich implodieren! Und dennoch ist sie
nicht egoistisch.
... die Arbeit mit Spike Lee
Der Hauptgrund, warum ich den Film gedreht habe, war die Gelegenheit,
mit Spike Lee zusammen zu arbeiten. Ich wollte ihm über die Schulter
schauen und sehen, wie er Filme macht. Das geht mir bei anderen Regisseuren
genauso. Deshalb bin ich Schauspielerin geworden. Spike Lee war anders
als ich dachte. Er ist ein unheimlich netter Typ.
... Nebenrollen
Das Wunderbare an einer Nebenrolle ist, dass man nicht so stark im
Mittelpunkt steht. Zum Beispiel habe ich in dem französischen
Film "Mathilde: Eine große Liebe" eine Nebenrolle
gespielt, die ich in den USA nie bekommen hätte. Ich hatte die
Möglichkeit, eine Ehefrau zu spielen, die eine Affäre hat.
... Arbeit und Privatleben
Wenn ich drei Filme im Jahr machen würde, hätte ich keine
Ahnung, was in der New York Times steht. Ich würde ein Jahr lang
keine Schallplatte hören, nicht meinen eigenen Kaffee machen
und nicht reisen. Mein Beruf frisst soviel Energien und Zeit. Als
Schauspielerin muss man eine Persönlichkeit sein, um eine Persönlichkeit
darstellen zu können.
... junge Shooting-Stars
Es ist nicht ratsam, als sehr junge Schauspielerin unter dem hohen
Druck der Filmindustrie zu arbeiten. Es gibt viel Morallosigkeit und
wenig Grenzen. Heranwachsende sind dort nicht gut aufgehoben, wenn
sie keine starke Persönlichkeit haben. Sie müssen unter
der Obhut von jemandem stehen, der sie liebt und sich um sie kümmert.
Sonst ist die Gefahr groß, dass das System sie auffrisst und
sie mit 22 verbraucht sind.
... das Leben als Promi
Ich hatte eine Karriere als Schauspielerin und nicht als Prominente.
Niemand wollte mir die Kleider vom Leib reißen. Ich war nicht
Michael Jackson oder Madonna oder eine Pop-Ikone. Ich war immer nur
eine Schauspielerin. Die Leute haben ziemlich schnell begriffen, dass
ich privat ganz anders als in meinen Rollen bin. Ich wurde als ernstzunehmende
Schauspielerin betrachtet und nicht als "Pop Candy".
... ihren nächsten Film
"The Brave One" von Neil
Jordan wird im Sommer in New York gedreht. Ich freue mich sehr, da
Terrence Howard die männliche Hauptrolle hat. Der sieht echt
toll aus! Zurzeit stehe ich auf Mainstream-Filme, die etwas Besonderes
haben und von extrem talentierten Regisseuren gedreht werden. Es ist
aufregend, wenn Spike Lee einen Film über einen Bankraub ("Inside
Man") macht. Und wenn Neil Jordan ("The Crying Game")
einen Mainstram-Thriller dreht, kommt das Beste aus zwei Welten zusammen.
(Quelle: www.justbeman.de)
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