Jodie Foster im Gespräch
mit "justbeman" (2006)

"Ich tendiere dazu, starke Frauen zu spielen."
Jodie Foster
"Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich eine Feministin zu nennen."
 
Interview mit Jodie Foster
 

Im Interview verrät sie Interessantes über ihren neuen Film "Inside Man" und sich selbst.

Jodie Foster über ...

... starke Frauen-Rollen
Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich eine Feministin zu nennen. Feminismus und Humanismus bedeuten für mich ungefähr das gleiche. Ich bin eine Frau und deshalb spiele ich weibliche Charaktere. Da habe ich nun wirklich keine Wahl! Ich hoffe, dass ich in meinen Filmen menschliche Werte vermittle. Ich tendiere dazu, starke Frauen zu spielen. Es waren verschiedene Typen: dumme Blondinen, unmoralische Frauen, brave Mädchen, sehr geradlinige Frauen und wilde Weiber. Aber alle waren sie stark. Manchmal glaube ich, dass das meine Achillesferse ist. Ich weiß nicht wirklich, wie man schwache Charaktere spielt. Ich wäre in der Rolle nicht glaubwürdig.

... ihre Rolle in "Inside Man"
Ich weiß, dass es diese Sorte Mensch in Washington und in der Politik gibt. Sie ist eine sehr, sehr starke Frau, die ihre Stimme nicht erhebt und nicht zu erheben braucht, da sie soviel Respekt auf sich zieht. Kämen ihre Geheimnisse und ihr Wissen ans Tageslicht, würde die Welt wahrscheinlich implodieren! Und dennoch ist sie nicht egoistisch.

... die Arbeit mit Spike Lee
Der Hauptgrund, warum ich den Film gedreht habe, war die Gelegenheit, mit Spike Lee zusammen zu arbeiten. Ich wollte ihm über die Schulter schauen und sehen, wie er Filme macht. Das geht mir bei anderen Regisseuren genauso. Deshalb bin ich Schauspielerin geworden. Spike Lee war anders als ich dachte. Er ist ein unheimlich netter Typ.

... Nebenrollen
Das Wunderbare an einer Nebenrolle ist, dass man nicht so stark im Mittelpunkt steht. Zum Beispiel habe ich in dem französischen Film "Mathilde: Eine große Liebe" eine Nebenrolle gespielt, die ich in den USA nie bekommen hätte. Ich hatte die Möglichkeit, eine Ehefrau zu spielen, die eine Affäre hat.

... Arbeit und Privatleben
Wenn ich drei Filme im Jahr machen würde, hätte ich keine Ahnung, was in der New York Times steht. Ich würde ein Jahr lang keine Schallplatte hören, nicht meinen eigenen Kaffee machen und nicht reisen. Mein Beruf frisst soviel Energien und Zeit. Als Schauspielerin muss man eine Persönlichkeit sein, um eine Persönlichkeit darstellen zu können.

... junge Shooting-Stars
Es ist nicht ratsam, als sehr junge Schauspielerin unter dem hohen Druck der Filmindustrie zu arbeiten. Es gibt viel Morallosigkeit und wenig Grenzen. Heranwachsende sind dort nicht gut aufgehoben, wenn sie keine starke Persönlichkeit haben. Sie müssen unter der Obhut von jemandem stehen, der sie liebt und sich um sie kümmert. Sonst ist die Gefahr groß, dass das System sie auffrisst und sie mit 22 verbraucht sind.

... das Leben als Promi
Ich hatte eine Karriere als Schauspielerin und nicht als Prominente. Niemand wollte mir die Kleider vom Leib reißen. Ich war nicht Michael Jackson oder Madonna oder eine Pop-Ikone. Ich war immer nur eine Schauspielerin. Die Leute haben ziemlich schnell begriffen, dass ich privat ganz anders als in meinen Rollen bin. Ich wurde als ernstzunehmende Schauspielerin betrachtet und nicht als "Pop Candy".

... ihren nächsten Film
"The Brave One" von Neil Jordan wird im Sommer in New York gedreht. Ich freue mich sehr, da Terrence Howard die männliche Hauptrolle hat. Der sieht echt toll aus! Zurzeit stehe ich auf Mainstream-Filme, die etwas Besonderes haben und von extrem talentierten Regisseuren gedreht werden. Es ist aufregend, wenn Spike Lee einen Film über einen Bankraub ("Inside Man") macht. Und wenn Neil Jordan ("The Crying Game") einen Mainstram-Thriller dreht, kommt das Beste aus zwei Welten zusammen.

(Quelle: www.justbeman.de)
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