Jodie Foster
(42) taucht nur alle drei Jahre in einem Film auf, erobert aber jedes
Mal auf Anhieb die Kinocharts. Warum man sie nur so selten in neuen
Kinofilmen sieht, verrät sie im Interview mit dem People-Magazin
CELEBRITY:
„Es ist gar nicht so einfach, einen Stoff
zu finden, der mir gefällt und mich interessiert. Seit ich über
40 bin, werden die passenden Rollen auch überschaubarer. Deswegen
ist ein Film alle drei Jahre eine echt gute Ausbeute. Ich muss mich
für meine Arbeit begeistern können. Vielleicht waren früher
auch meine Ansprüche nicht so hoch wie heute.“
Filmmüde wird Jodie Foster aber nicht: „Von Filmen kann
man nicht genug kriegen. Was gut ist: ich bin am Set viel gelassener
geworden. Früher habe ich mich schon über banaleäußere
Einflüsse maßlos aufgeregt, etwa wenn der Wind die Kulissen
umgeweht hat. Heute denke ich: dann fallen sie eben um, was soll´s...
Aber mein Leben hat sich insgesamt schon extrem verändert. Seit
ich Mutter bin, setze ich ganz andere Prioritäten. Ein Film muss
schon sehr gut sein, damit ich dafür meine Kinder allein lasse.“
In ihrem aktuellen Film „Flightplan“ erlebt man sie nach
„Panic Room“ erneut in der Mutterrolle. Beeinflusst es
ihre Arbeit, dass sie heute selbst Mutter ist: „Wenn ich mir
heute Filme von früher ansehe, in denen ich eine Mutter spiele,
dann denke ich tatsächlich. So würde ich das doch selbst
niemals machen. Aber bevor ich Kinder hatte, konnte ich eben nur aus
den Erfahrungen meiner Mutter schöpfen. Wir hatten ein sehr enges
Verhältnis. Fast zu eng, denke ich heute. Sie hat mich gemanagt,
streng auf meine Ausbildung geachtet. Meiner Mutter war es eben immer
extrem wichtig, dass ich auch noch andere Dinge kennen lerne. Vieles
davon, wie ich andere Menschen beurteile, habe ich von ihr mitbekommen.“
Von ihren beiden Söhnen hat sie viel gelernt: „Eigentlich
alles. Und es ist so interessant, wie anders Jungs doch sind. Meine
Kinder haben eine völlig andere Persönlichkeit als ich.
Es gibt bestimmte geschlechtspezifische Eigenheiten, die faszinierend
sind. Jungs haben eine erfrischende Unkompliziertheit. Sie sind gradliniger
und einfacher gestrickt als Mädchen. Wir Mädels sind viel,
viel komplizierter, das steht fest. Ob das allerdings nicht mit zunehmendem
Alter anders wird, weiß ich nicht. Männer können auch
schon sehr kompliziert sein.“ Jodie Foster denkt nicht, dass
es einfacher ist, Jungs aufzuziehen: „Es ist alles viel körperlicher
und wilder. Da kriege ich auch mal einen Ellenbogen ins Auge oder
einen Finger in die Nase. Neulich haben beide im Pool gestritten und
drohten im Eifer des Gefechtes unterzugehen, da musste ich sie in
einer wilden Aktion retten und habe Kratzer abbekommen. Ich werde
mit Gefühlen konfrontiert, vor denen ich früher Angst hatte.
Ich konnte immer gut Gefühle analysieren, aber wenn es um meine
eigenen geht, bin ich sehr kontrolliert. Ich denke mich erst durch
eine neue Erfahrung, bevor ich sie emotional an mich heranlasse.“
Und die gravierendste Änderung in ihrem Leben?:„Chaos statt
Kontrolle. Chaos und tiefe Emotionalität. Nichts läuft so,
wie ich es plane, weil meine Kinder ihren eigenen Kopf und ihren eigenen
Plan haben. Dabei sind sie noch nicht mal in der Pubertät –
Charles ist gerade mal sieben und Kit vier Jahre alt. Der härteste
Teil liegt wohl noch vor mir... Aber eines kann ich sagen: ich habe
dadurch viel an Gelassenheit gewonnen. Ich habe zwar immer noch Angst
davor zu scheitern oder, dass meine Arbeit schlecht ist – aber
ich traue meinem Schauspieltalent mehr als früher.“ Auf
die Frage, ob sie sich an Erfahrung älter fühlt, als es
in ihrem Ausweis steht, antwortet sie: „(lacht) Ich fühle
mich nicht nur älter, ich sehe auch so aus. Ich habe nicht mehr
den Partyhunger wie manche Kollegen. Ich habe das alles schon hinter
mir. Wenn alle noch ganz wild sind, auf die Piste zu gehen, sage ich:
O.k. Jungs, ich bestell den Zimmerservice, wir sehen uns morgen früh.“
Quelle: www.presseportal.de
(Sigrid Weiske) |