Jodie Foster: "Mein Sohn Charles
ist mir wichtiger als meine Arbeit."
Jodie mit Charlie
Jodie Foster mit
ihrem Sohn Charlie
 
Interview mit Jodie Foster
 

Am 20. Juli 1998 brachte sie ihren Sohn Charles auf die Welt. Niemand weiß, wer der Vater ist, und da aus Hollywood immer wieder zu hören ist, dass sich Jodie zu Frauen hingezogen fühlt, gibt es das Gerücht, sie sei auf einer Samenspenderbank gewesen. Markus Tschiedert traf Jodie Foster zum Interview.

Sind Sie nach der Geburt Ihres Kindes so romantisch geworden, dass Sie sich für einen Märchenfilm entschieden haben?

Jodie Foster: "Anna und der König" ist nicht nur ein Märchen. König Mongkut hat wirklich existiert und war ein großer Führer im 20. Jahrhundert. Er hat es geschafft, dass Siam unabhängig blieb, während andere Länder wie Vietnam, Singapur, Burma und Malaysia kolonialisiert wurden.

Hätten Sie denn zur damaligen Zeit gern gelebt?

Jodie Foster: Keine Frau von heute hätte zu dieser Zeit gern gelebt. Frauen durften damals so gut wie gar nichts. Sie mussten sich in dicke, enge Kleider quälen, egal wie heiß es draußen war.

Stimmt es, dass Sie die Rolle in "Hannibal" ablehnten, weil Clarice Starling im Buch zur Kannibalin wird?

Jodie Foster: Nein, seit fast zehn Jahren habe ich einer Fortsetzung von "Schweigen der Lämmer" entgegengefiebert, um endlich wieder mit Anthony Hopkins und Regisseur Jonathan Demme zu arbeiten. Unglücklicherweise drehe ich zur gleichen Zeit meine nächste Regiearbeit "Flora Plum".
Andere Gründe gibt es nicht.

Mit "Taxi Driver" sind Sie 1975 berühmt geworden. Damals waren Sie 12. Hatten Sie je das Gefühl, dass der frühe Ruhm Ihre Kindheit gestohlen hätte?

Jodie Foster: Ich war sogar erst drei, als ich mit den ersten Werbespots anfing, aber für mich war es gut so, wie es gelaufen ist. Natürlich gab es Dinge, die man vermisst hat. Aber das geht jedem Kind so. Wäre ich die Tochter eines Botschafters in China gewesen, hätte ich andere Dinge verpasst.

Nun sind Sie selbst Mutter. Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?

Jodie Foster: Ich muss Beruf und Muttersein unter einen Hut kriegen. Ich sehe meine Arbeit jetzt mit anderen Augen. Wenn ein Drehtag mal nicht so läuft, wie man sich das vorstellt, wenn der Zeitplan nicht eingehalten werden kann oder wenn plötzlich die Beleuchtung ausfällt, regt mich das weniger auf als früher. Die Prioritäten haben sich geändert. Charlie ist jetzt für mich wichtiger als alles andere.

Text: Markus Tschiedert - (aus: www.bz.berlin1.de )

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