Jodie Foster
im Gespräch mit kino.de
Jodie Foster
Jodie Foster
in Berlin (Foto: dpa)
 
Interview mit Jodie Foster
 

KINO.DE: In Ihrem letzten großen Film, "Panic Room", spielten Sie eine Mutter, die ihre Tochter beschützen muss. In "Flight Plan" ist die Konstellation ähnlich. Warum fühlen Sie sich zu solchen Geschichten hingezogen?

JODIE FOSTER: Offenbar spielt da eine unbewusste Vorliebe hinein. Hinzu kommen rein praktische Gründe. Ab Ende 30 kriegst du auf einmal immer mehr Mutterrollen angeboten, weil du ab diesem Alter in der Regel auch selbst Kinder hast. Ich würde allerdings die beiden Filme nicht miteinander vergleichen. "Panic Room" war sehr technikorientiert, und man sah die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. "Flight Plan" dagegen ist viel psychologischer angelegt, und alles wird nur aus dem Blickwinkel einer Person gezeigt. Der Zuschauer soll die gleichen Erfahrungen durchmachen.

KINO.DE: Ursprünglich war diese Rolle für einen Mann geschrieben. Störte Sie das nicht?

JODIE FOSTER: Nein, so etwas ist sehr häufig in unserer Branche. Genauso kriegen männliche Schauspieler Drehbücher zu lesen, die ursprünglich für Frauen angelegt sind. Abgesehen davon war die Figur nicht der typische Machoheld, sondern ein Mann, dem seine Tochter alles bedeutet. Das Verhalten, das er in manchen Situationen an den Tag legt, war aber eher typisch für eine Frau. So gesehen war es fast logisch, dass die Geschichte umgeschrieben wurde.

KINO.DE: Jetzt fügt sich die Figur nahtlos in das Kabinett Ihrer Heldenrollen. Wollen Sie nicht mal einen völlig anderen Charakter spielen?

JODIE FOSTER: Ich variiere meine Rollen schon. Nehmen Sie nur "The Dangerous Lives of Altar Boys", wo ich als fiese Nonne mit Holzbein zu sehen bin. Aber es gibt ein Grundmuster, das stimmt. Ich kann keine schwachen Frauen spielen. Und meistens sind es Thriller oder Dramen. Dabei würde ich liebend gern wieder mal eine Komödie wie "Maverick" machen. So etwas bekomme ich leider momentan nicht angeboten, vielleicht weil mich die Regisseure nicht in solchen Rollen sehen.

KINO.DE: Warum drehen Sie nicht mehr Filme? "Panic Room" ist ja auch schon drei Jahre her.

JODIE FOSTER: Es gibt Schauspieler, die von einem Film zum nächsten springen. Das tat ich auch in jüngeren Jahren, aber diese Art von Leben mag ich nicht mehr. Filme nehmen dir auch viel. Zwar genieße ich Dreharbeiten, aber in dieser Zeit kannst du nicht mehr normal leben. Du liest keine Zeitungen, du weißt nicht, welche CDs gerade herauskommen. Du bist völlig besessen von deinem Job, und das musst du auch sein, sonst kannst du ihn nicht gut machen.

KINO.DE: Sie arbeiten auch selbst immer wieder als Filmemacherin. Sind Sie sich daher nicht versucht, Ihren Regisseuren dreinzureden?

JODIE FOSTER: Nein, denn meine Aufgabe ist es, ihrer Vision zu dienen. Es hat aber Vorteile, die Dinge aus der Regieperspektive zu sehen. Ich weiß, warum Einstellungen auf eine bestimmte Weise gedreht werden müssen, wie Stimmungen aufgebaut werden.Je besser ich verstehe, was ein Regisseur vorhat, desto einfacher ist es für mich, seine Wünsche zu erfüllen. Manche Schauspieler mögen das nicht, denn es nimmt ihnen etwas von der Magie ihres Jobs. Für mich ist es genau umgekehrt. Ich lasse meinen Intellekt immer eingeschaltet.

Quelle: http://www.kino.de

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