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Jodie, wie kam es dazu, dass Sie bei Panic Room für Nicole
Kidman einsprangen?
Jodie Foster: Der Regisseur David Fincher hatte
schon mit Nicole zu arbeiten begonnen. Dann zog sie sich eine Fußverletzung
zu und fiel aus. Sie suchten fieberhaft einen Ersatz und kontaktierten
mich. Ich hätte eigentlich einen Film mit Russell Crowe drehen
sollen. Als sich Russell aber an der Schulter verletzte, wurde unser
Projekt abgesagt und ich hatte plötzlich Zeit für Panic
Room. Mit Ironie betrachtet sehe ich das ganze als australische
Verschwörung, damit ich die Rolle der Meg Altman übernehme
... (lacht).
SKIP: Wie man hört, wurde das Drehbuch aber
umgeschrieben, nachdem Sie für Nicole einsprangen. Stimmt das?
Jodie Foster: Natürlich musste die Figur der
Meg Altman für mich etwas geändert werden. Ich bin ja
ein ganz anderer Typ als Nicole.
SKIP: Inwiefern?
Jodie Foster: Ich bin aktiver. Nicole hätte
die Meg Altman wahrscheinlich passiver gespielt.
SKIP: Bei Nicole hätte vermutlich ein Mann
kommen und sie retten müssen. Bei Ihnen ist es umgekehrt. Sie
retten Ihren Mann im Film. Entspricht Ihnen dieses Verhalten mehr?
Jodie Foster: Auf jeden Fall. Ich habe es mir angewöhnt,
meine Angelegenheiten selbst zu regeln. Privat wie im Film. Ich
mag starke Frauen. Wobei die Frau, die ich spiele, eine Entwicklung
durchmacht. Am Anfang ist sie in einer Seelenkrise, zutiefst verunsichert,
weil ihr Mann sie wegen einer anderen verlassen hat. Durch den Kampf
mit den Dieben gewinnt sie den Glauben an sich selbst zurück
und in der Beziehung ihrem Mann gegenüber ist sie durch die
Ereignisse wieder oben auf.
SKIP: Verstehen Sie jetzt, wo Sie selbst Kinder
haben, besser, dass Meg Altman für ihre Tochter ihr Leben riskiert?
Jodie Foster: Natürlich. Das kann man sich
gar nicht richtig vorstellen, wenn man keine Kinder hat.
SKIP: Dwight Yoakam, der den bad guy spielt, hat
mir erzählt, als er im Radio hörte, dass Sie schwanger
sind, hat er erwartet, dass sich die Panic Room-Dreharbeiten wieder
verschieben, weil nach Nicole jetzt auch Sie ausfallen.
Jodie Foster: Dwight hat es offenbar nicht gewusst.
Dem Regisseur habe ich es aber gleich zu Beginn gesagt. Die Schwangerschaft
hat mich beim Drehen auch nicht weiter behindert. Nur meine Brüste
sind angeschwollen und im Film sieht es jetzt so aus, als hätte
ich sie vergrößern lassen ... (lacht).
SKIP: In Panic Room sind Sie so richtig zum Fürchten.
Mögen Sie Scary Movies?
Jodie Foster: Ja, sehr. Ich liebe Schauerfilme,
habe selbst aber nur zwei gemacht, Panic Room und Das Schweigen
der Lämmer.
SKIP: Bedauern Sie es, dass Sie nicht in der Fortsetzung
von Das Schweigen der Lämmer mitgespielt haben?
Jodie Foster: Überhaupt nicht. Hannibal war
nicht meine Art von Film.
SKIP: Sie sind schon ins Showbusiness gekommen,
als Sie fast noch ein Baby waren. Fühlen Sie sich nach so langer
Zeit an der Kinofront als Veteranin und drehen deshalb weniger Filme?
Jodie Foster: Ich fühle mich jetzt primär
als Mutter und will mich vorwiegend um meine Kinder kümmern.
Es muss noch ein Leben neben der Arbeit geben. Mel Gibson, mit dem
ich seit unserem Maverick-Film gut befreundet bin, sagt immer, er
bedauert es, dass er seine Kinder kaum sah, weil er ständig
irgendwo irgendwelche Filme drehte. Erst jetzt nimmt er sich die
Zeit, um wenigstens seinem Jüngsten beim Aufwachsen zuzuschauen.
SKIP: Würden Sie es begrüßen oder
ablehnen, wenn Ihre Söhne auch einmal so wie Sie ins Showgeschäft
gehen wollten?
Jodie Foster: Weder noch. Ich würde mich neutral
verhalten. Wenn es sie zu diesem Beruf hinziehen würde, hätte
es bestimmt keinen Sinn, sie davon abzuhalten. Aber mal sehen, wohin
die Reise geht.
SKIP: Stimmt es, dass Sie Ihre Filmproduktionsfirma
Egg Pictures aufgeben?
Jodie Foster: Ja.
SKIP: Warum?
Jodie Foster: Die Produzententätigkeit ist
mir auf die Dauer zu zeitaufwendig.
SKIP: Wie war Ihre Zusammenarbeit mit dem Panic
Room-Regisseur David Fincher in Anbetracht der Tatsache, dass Sie
ja auch schon selbst Filme inszeniert haben?
Jodie Foster: Weil ich selbst auch Regisseurin bin,
verstehe ich natürlich besser, was für Probleme David
Fincher hatte. Und ich habe ihn nicht darum beneidet. Es war sehr
aufwendig und schwierig, Panic Room so hinzukriegen. Als Schauspieler
dagegen braucht man sich nur um die Darstellung seiner Figur zu
kümmern. Und das habe ich in den Genen. Ich weiß genau,
was ich wann tun muss, damit es wirkt.
SKIP: Haben Sie privat in Ihrer Hollywood-Villa
eigentlich auch einen Panic Room für den Fall, dass Sie überfallen
werden?
Jodie Foster: Aber wo denken Sie hin. Ich halte
nichts von Panic Rooms. Unser Film, finde ich, dient da als abschreckendes
Beispiel, weil er zeigt, zu welcher Katastrophe ein Panic Room führen
kann.
(aus: www.skipweb.de)
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